Jahreshauptversammlung 2015

Hauptversammlung des Kreis Eichstätt mit neuen Vernetzungen: Vom Regionalen zum Überregionalen

(ad) Im Jahresrückblick des Kreis Eichstätt dominierte die Vernetzungsarbeit – im Kampf gegen die Stromtrasse, bei Gesprächen mit dem Bund Naturschutz und durch die Kooperation des mit der Bürger-Energiegenossenschaft Neuburg – Schrobenhausen – Aichach. Jetzt hat das eine zusätzliche Möglichkeit, aktiv etwas für die Energiewende zu tun.

Die diesjährige Hauptversammlung eröffnete der Vorsitzende des Kreis Eichstätt, Josef Loderer, mit einem Dank sowohl an alle aktiven und passiven Mitglieder als auch an die Kommunen, die wichtige Partner darstellen. Das Engagement des Vereins war 2015 eindeutig geprägt vom Kampf gegen die Stromtrasse SÜD-OST und die damit verbundene Teilnahme am Energiedialog. Auch wenn das Ergebnis nicht die Erwartungen erfüllte, so beurteilte Loderer die Vernetzung und das Kennenlernen der verschiedenen Akteure als positiv. Die Position des zur Stromtrasse bleibt unverändert: „Das ganze Vorhaben hat mit einer Energiewende nichts zu tun – hier sollen Finanzinvestitionen und der europäische Strommarkt bedient werden“, fasste Loderer zusammen.

Weitere Vernetzungsarbeit auch auf überregionaler Ebene hat mit dem Bund Naturschutz Deutschland (BUND) stattgefunden. Vertreter des sprachen mit dem Vorsitzenden des BUND, Prof. Weigert und mit den Vertretern des BN Naturschutz, Dr. Herbert Barthel und Richard Mergner über Möglichkeiten der Zusammenarbeit. „Dass ein solch renommierter Verband mit dem zusammenarbeiten möchte, ist ein Qualitätssiegel für den Verein“, wertete Loderer die Gespräche.

Das knüpfte weiterhin Kontakt mit der Bürgerenergiegenossenschaft Neuburg-Schrobenhausen-Aichach, BEG-ND-SOB-AIC (www.beg-nd-sob-aic.de). Bisher fehlte dem als Verein ein Instrument, um konkrete Bürger-Projekte anstoßen und dann auch umsetzen zu können. Diese Lücke konnte jetzt mit der Erweiterung der bestehenden Bürgerenergiegenossenschaft auf das Kreisgebiet Eichstätt geschlossen werden. „Die Genossenschaft wurde 2014 als Bürger- Energie-Genossenschaft in Schrobenhausen von dem Architekten Peter Miessl und Manfred Rößle, dem Leiter des F10-Instituts Neuburg, gegründet und zählt mittlerweile 230 Mitglieder“, erläuterte Matthias Haille, der Geschäftsführer der Genossenschaft. Einen ersten möglichen Schritt zur aktiven Beteiligung von Bürgern und Gemeinden an der Energiewende in der Region ist ein Beitritt zur Genossenschaft. Beteiligungen von bereits ab 100 € bis zu 5000 € sind möglich. Im zweiten Schritt können Mitglieder konkrete Projekte dann mitfinanzieren. Bereits 70 Projekte hat die Genossenschaft realisiert. Und auch hier fungiert wieder ein weites Netzwerk mit verschiedensten Partnern, wie beispielsweise der SOLEnergieBürgergenossenschaft des Landkreises Pfaffenhofens, den Stadtwerken Neuburg Donau, und Schrobenhausen und den Bürgerenergie Bayern e.V. als Stabilisator. Matthias Haille hob als jüngstes Vorzeigeprojekt, die Installation einer Photovoltaikanlage in Oberhausen heraus: „Diese Anlage ist ausschließlich von den Bürgern der Gemeinde finanziert worden und beweist das große Engagement der Oberhauser Bürger für die Energiewende.“. Dabei wird eine Rendite von 2.25 % erzielt. Als Besonderheit installiert die Genossenschaft auf Wunsch lieber für den Eigentümer noch eine kleine eigene Anlage zur Eigenstromversorgung auf sein Dach anstatt ihm Miete zu zahlen. Weiterhin bietet sie für Stromkunden „Bavariastrom“ an, das ist 100 Prozent ökologischer und bayerischer Strom, in enger Zusammenarbeit mit dem Ökostromanbieter Naturstrom. Auch Windenergieanlagen und eine eigene Netzgesellschaft stünden auf der mittelfristigen Wunschliste der Genossenschaft, um die Stromversorgung aus Bürgerhand möglichst weit voranzubringen, ergänzte Peter Miessl den Vortrag von Matthias Haille.

Abschließend hob Loderer noch einmal die Chancen hervor, die sich dem und damit auch dem Landkreis Eichstätt bieten: „der Beitritt zur Bürgerenergiegenossenschaft stellt auch gerade für die Mitglieder der Bürgerinitiativen gegen die Stromtrasse in der Region eine gute Handlungsoption dar, die Energiewende selbst mit in die Hand zu nehmen, diese positiv mit zu gestalten und damit auch zu demokratisieren. Die Wertschöpfung bleibt im Landkreis und in der Region.“

Bildunterschrift: Akteure der Hauptversammlung (v.l.n.r.: Bernd Weber, Roland Wankerl, Matthias Haille, Peter Miessl, Josef Loderer)

 

Das Kreis Eichstätt e. V. hat sich als Ziel gesetzt einen energieautarken Landkreis Eichstätt bis zum Jahr 2031 zu schaffen. Es sieht sich als Plattform sowohl für Wissensvermittlung und Informationsaustausch als auch für Diskussion. Gegründet hat sich der Verein am 09. Juni 2011 in Nassenfels nach dem Vorbild des Roth-Schwabacher. Von den 30 Gemeinden des Landkreises Eichstätt sind bisher 29 Gemeinden dem Kreis Eichstätt und 1 Gemeinde aus dem Landkreis Neuburg-Schrobenhausen beigetreten. Insgesamt hat der Verein zur Zeit 130 Mitglieder.