Pressemitteilungen

Genehmigungen für drei Bürgerwindräder bei Rapperszell erteilt

Ortstermin der Initiatoren mit dem Energiebündel Eichstätt zur Besichtigung der vorbereitenden Erdarbeiten an dem 15 Mio. Euro Bürgerprojekt.

Josef Loderer und Bernd Weber vom Energiebündel Kreis Eichstätt trafen sich mit den Initiatoren der Rapperszeller Bürgerwindräder Josef Streller, Daniel und Ferdinand Bauer vor Ort, um sich ein Bild über die Fortschritte an den Anlagenstandorten zu machen. Aktuell werden der Oberboden im Bereich der Fundamente der Windenergieanlagen, der Kranstell- und Vormontageflächen abgetragen und die bestehenden Wege für LKW und Schwertransporter verbreitert.

Im Januar hatte das Landratsamt Eichstätt die immissionsschutzrechtlichen Genehmigungen für die drei Bürgerwindenergieanlagen der NEW Bürgerwind Walting GmbH & Co. KG bei Rapperszell erteilt.

Daniel Bauer berichtete dabei, dass zwei unabhängige Windgutachten einen Jahresertrag von mehr als 16 Millionen Kilowattstunden Strom pro Jahr prognostizierten. „Damit kann zukünftig in der Gemeinde Walting rechnerisch mehr als 100 % des Stromverbrauchs für Haushalte und Gewerbe vor Ort aus regenerativen Energien erzeugt werden“, ergänzte Bauer. Zur Zeit werden in der Gemeinde Walting 32 % Ökostrom durch Photovoltaik, Biomasse und Wasserkraft erzeugt.

Zum Einsatz kommen dabei speziell für Wald- und Binnenlandstandorte entwickelte Windenergieanlagen vom Typ GE Wind 2.75-120. Mit einer Nabenhöhe von 139 m und einem Rotordurchmesser von 120 m können diese Windräder besonders gleichmäßig Strom erzeugen.

Nach einer inzwischen mehr als 4-monatigen Prüfung des Emissionsprospekts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht kann voraussichtlich in den nächsten Wochen die finanzielle Beteiligung der Bürger an den Windrädern erfolgen. Das Interesse der Bürger an einer Beteiligung an den mit 15 Millionen Euro veranschlagten Windenergieanlagen ist groß - wie die drei Infoveranstaltungen im Dezember letzten Jahres und die bereits eingegangenen Beteiligungsreservierungen gezeigt haben.

Auch Loderer zeigte sich hoch erfreut: „Diese weiteren Windräder im Landkreis Eichstätt stärken die Wertschöpfung und die regenerative Energieerzeugung vor Ort.“

Wundern kann sich Ferdinand Bauer jedoch darüber, dass die Nachbarkommune Rechtsmittel gegen die Windenergieanlagen eingelegt hat, obwohl in ihrem eigenen Gemeindegebiet seit mehr als 10 Jahren Windenergieanlagen mit gleichem Abstand zur Wohnbebauung stehen. Bei den in Kürze stattfindenden Infoabenden wird über die beantragten Rechtsmittel der Gemeinde Pollenfeld sowie eines einzelnen Bürgers von Sornhüll informiert. Bernd Weber  begrüßte in diesem Zusammenhang, dass für die kürzlich fertig gestellten Pollenfelder Windräder der Betreiber „Neue Energie Dollnstein eG“ ein Gutachten zur Überprüfung und Bestätigung der Schallwerte in Auftrag gegeben habe und auch die Kosten übernehme. „Das Gleiche würden wir uns auch für das aktuelle Waltinger Projekt wünschen.“, ergänzte Weber.

Die Mitglieder der NEW Bürgerwind Walting freuen sich jedenfalls darauf, dass bis spätestens zum Jahresende 2016 die drei Bürgerwindanlagen nach einer mehr als 4-jährigen Planungsphase in Betrieb gehen können. 

Weitere Informationen und Bilder finden Sie unter www.new-buergerwind.de

Bernd Weber und Josef Loderer informieren sich bei Ferdinand Bauer (Mitte) über den Fortschritt der drei Bürgerwindräder der NEW Bürgerwind Walting in Rapperszell

Jahreshauptversammlung 2015

Hauptversammlung des Energiebündel Kreis Eichstätt mit neuen Vernetzungen: Vom Regionalen zum Überregionalen

(ad) Im Jahresrückblick des Energiebündel Kreis Eichstätt dominierte die Vernetzungsarbeit - im Kampf gegen die Stromtrasse, bei Gesprächen mit dem Bund Naturschutz und durch die Kooperation des Energiebündels mit der Bürger-Energiegenossenschaft Neuburg – Schrobenhausen – Aichach. Jetzt hat das Energiebündel eine zusätzliche Möglichkeit, aktiv etwas für die Energiewende zu tun.

Die diesjährige Hauptversammlung eröffnete der Vorsitzende des Energiebündel Kreis Eichstätt, Josef Loderer, mit einem Dank sowohl an alle aktiven und passiven Mitglieder als auch an die Kommunen, die wichtige Partner darstellen. Das Engagement des Vereins war 2015 eindeutig geprägt vom Kampf gegen die Stromtrasse SÜD-OST und die damit verbundene Teilnahme am Energiedialog. Auch wenn das Ergebnis nicht die Erwartungen erfüllte, so beurteilte Loderer die Vernetzung und das Kennenlernen der verschiedenen Akteure als positiv. Die Position des Energiebündel zur Stromtrasse bleibt unverändert: „Das ganze Vorhaben hat mit einer Energiewende nichts zu tun - hier sollen Finanzinvestitionen und der europäische Strommarkt bedient werden“, fasste Loderer zusammen.

Weitere Vernetzungsarbeit auch auf überregionaler Ebene hat mit dem Bund Naturschutz Deutschland (BUND) stattgefunden. Vertreter des Energiebündel sprachen mit dem Vorsitzenden des BUND, Prof. Weigert und mit den Vertretern des BN Naturschutz, Dr. Herbert Barthel und Richard Mergner über Möglichkeiten der Zusammenarbeit. „Dass ein solch renommierter Verband mit dem Energiebündel zusammenarbeiten möchte, ist ein Qualitätssiegel für den Verein“, wertete Loderer die Gespräche.

Das Energiebündel knüpfte weiterhin Kontakt mit der Bürgerenergiegenossenschaft Neuburg-Schrobenhausen-Aichach, BEG-ND-SOB-AIC (www.beg-nd-sob-aic.de). Bisher fehlte dem Energiebündel als Verein ein Instrument, um konkrete Bürger-Projekte anstoßen und dann auch umsetzen zu können. Diese Lücke konnte jetzt mit der Erweiterung der bestehenden Bürgerenergiegenossenschaft auf das Kreisgebiet Eichstätt geschlossen werden. „Die Genossenschaft wurde 2014 als Bürger- Energie-Genossenschaft in Schrobenhausen von dem Architekten Peter Miessl und Manfred Rößle, dem Leiter des F10-Instituts Neuburg, gegründet und zählt mittlerweile 230 Mitglieder“, erläuterte Matthias Haille, der Geschäftsführer der Genossenschaft. Einen ersten möglichen Schritt zur aktiven Beteiligung von Bürgern und Gemeinden an der Energiewende in der Region ist ein Beitritt zur Genossenschaft. Beteiligungen von bereits ab 100 € bis zu 5000 € sind möglich. Im zweiten Schritt können Mitglieder konkrete Projekte dann mitfinanzieren. Bereits 70 Projekte hat die Genossenschaft realisiert. Und auch hier fungiert wieder ein weites Netzwerk mit verschiedensten Partnern, wie beispielsweise der SOLEnergieBürgergenossenschaft des Landkreises Pfaffenhofens, den Stadtwerken Neuburg Donau, und Schrobenhausen und den Bürgerenergie Bayern e.V. als Stabilisator. Matthias Haille hob als jüngstes Vorzeigeprojekt, die Installation einer Photovoltaikanlage in Oberhausen heraus: „Diese Anlage ist ausschließlich von den Bürgern der Gemeinde finanziert worden und beweist das große Engagement der Oberhauser Bürger für die Energiewende.“. Dabei wird eine Rendite von 2.25 % erzielt. Als Besonderheit installiert die Genossenschaft auf Wunsch lieber für den Eigentümer noch eine kleine eigene Anlage zur Eigenstromversorgung auf sein Dach anstatt ihm Miete zu zahlen. Weiterhin bietet sie für Stromkunden „Bavariastrom“ an, das ist 100 Prozent ökologischer und bayerischer Strom, in enger Zusammenarbeit mit dem Ökostromanbieter Naturstrom. Auch Windenergieanlagen und eine eigene Netzgesellschaft stünden auf der mittelfristigen Wunschliste der Genossenschaft, um die Stromversorgung aus Bürgerhand möglichst weit voranzubringen, ergänzte Peter Miessl den Vortrag von Matthias Haille.

Abschließend hob Loderer noch einmal die Chancen hervor, die sich dem Energiebündel und damit auch dem Landkreis Eichstätt bieten: „der Beitritt zur Bürgerenergiegenossenschaft stellt auch gerade für die Mitglieder der Bürgerinitiativen gegen die Stromtrasse in der Region eine gute Handlungsoption dar, die Energiewende selbst mit in die Hand zu nehmen, diese positiv mit zu gestalten und damit auch zu demokratisieren. Die Wertschöpfung bleibt im Landkreis und in der Region.“

Bildunterschrift: Akteure der Hauptversammlung (v.l.n.r.: Bernd Weber, Roland Wankerl, Matthias Haille, Peter Miessl, Josef Loderer)

Das Energiebündel Kreis Eichstätt e. V. hat sich als Ziel gesetzt einen energieautarken Landkreis Eichstätt bis zum Jahr 2031 zu schaffen. Es sieht sich als Plattform sowohl für Wissensvermittlung und Informationsaustausch als auch für Diskussion. Gegründet hat sich der Verein am 09. Juni 2011 in Nassenfels nach dem Vorbild des Roth-Schwabacher Energiebündels. Von den 30 Gemeinden des Landkreises Eichstätt sind bisher 29 Gemeinden dem Energiebündel Kreis Eichstätt und 1 Gemeinde aus dem Landkreis Neuburg-Schrobenhausen beigetreten. Insgesamt hat der Verein zur Zeit 130 Mitglieder.

KRITIK AM ENERGIEGIPFEL

 

 

 

 

 

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